Uwe Dubbels ArBiS Bremen

Maulwurf, Delphin und Krähe

Am 20. Mai 2022 wurde Uwe Dubbels in den Ruhestand verabschiedet. Der stellvertretende Geschäftsführer der ArBiS gGmbH war 20 Jahre im Sozialwerk und seiner Tochterfirma tätig. Die warmherzig gestaltete Abschiedsfeier trennte ein langes und facettenreiches Arbeitsleben von seinem neuen Lebensabschnitt als Rentner. Im liebevoll dekorierten Kaminsaal hatten sich nicht nur viele Gäste aus dem Sozialwerk und der ArBiS versammelt, sondern auch externe Gäste aus dem Jobcenter, mit denen Uwe Dubbels über viele Jahre vertrauensvoll zusammengearbeitet hat.

Auf der von Renée Petroschka moderierten Veranstaltung fanden Weggefährt*innen und Kolleg*innen die richtigen Worte, um ihren Chef und Kollegen gebührend zu verabschieden.

Jürgen Rohde berichtete von dem gewundenem Lebensweg des Kollegen, der ihn durch die Gastronomie, die Altenpflege, durch Studiengänge der Theologie und Pflegewissenschaft und durch einen Abstecher als Lehrer führte, um dann letztlich in der ArBiS tätig zu werden. Hier baute er ab 2005 mit dem früheren Geschäftsführer Helmut Oetjen u.a. den Bereich InJob auf. Helmut Oetjen beschrieb Uwe Dubbels in seiner Rede wegen seiner Beharrlichkeit als Maulwurf, wegen seiner spontanen Fröhlichkeit als Delphin und wegen seiner Dickköpfigkeit als Krähe. Frau Ploog vom Jobcenter würdigte seine Authentizität und den Umstand, dass Uwe Dubbels selten ohne Kekse zu ihren gemeinsamen Treffen erschien. Die aktuelle Geschäftsführerin der ArBiS, Nicole Nullmeyer, dankte ihm in einer persönlichen Rede für die Entwicklungschancen, die er ihr ermöglichte und für die intensive Zeit, die sie miteinander verbracht haben. Auch die leitenden Ergotherapeutin Natascha Priemel hob hervor, dass Uwe Dubbels ein besonderes Augenmerk auf die Förderung von Mitarbeitenden gelegt habe.

Uwe Dubbels, der der ArBiS als Berater mit ein paar Wochenstunden noch etwas erhalten bleibt, lobte das Sozialwerk und die ArBiS als Arbeitgeber und als Boden, auf dem auch er wachsen konnte.

Miriam Ehle bereicherte mit einem Musikstück und einem Segenslied das Programm. Nach den teils humorvollen, emotionalen und durchweg wertschätzend gestalteten Beiträgen, gab es die  Gelegenheit zum persönlichen Austausch beim leckeren Mittagsbuffet.

Mit persönlichen Geschenken von den ArBiS-Kolleg*innen, der Sozialwerks-Geschäftsleitung sowie aus den Werkstätten wurde Uwe Dubbels in seinen neuen Lebensabschnitt entlassen.

Dr. Matthias Bonkowski überreicht Uwe Dubbels ein Geschenk.

Dr. Matthias Bonkowski überreicht Uwe Dubbels ein Geschenk des Sozialwerks.

Natascha Priemel überreichte Uwe Dubbels ein Geschenk der ArBiS Bremen.

Natascha Priemel überreichte Uwe Dubbels ein Geschenk der ArBiS Bremen.

Nicole Nullmeyer, Geschäftsführerin der ArBiS Bremen

Nicole Nullmeyer, Geschäftsführerin der ArBiS Bremen

Helmut Oetjen, ehemaliger Geschäftsführer der ArBiS

Helmut Oetjen, ehemaliger Geschäftsführer der ArBiS

Jürgen Rohde, Bereichsleiter Seelische Gesundheit im Sozialwerk

Jürgen Rohde, Bereichsleiter Seelische Gesundheit im Sozialwerk

Mit einer Feier im Kaminsaal wurde Uwe Dubbels in den Ruhestand verabschiedet

Mit einer Feier im Kaminsaal wurde Uwe Dubbels in den Ruhestand verabschiedet

Heinz Bonkowski stellte Uwe Dubbels vor 20 Jahren ein.

Heinz Bonkowski stellte Uwe Dubbels vor 20 Jahren ein.

Natascha Priemel, Uwe Dubbels, Helmut Oetjen, Nicole Nullmeyer (v.l.)

Natascha Priemel, Uwe Dubbels, Helmut Oetjen, Nicole Nullmeyer (v.l.)

Uwe Dubbels im Gespräch mit Birgit Köpke (li.) und Natascha Priemel (Mitte)

Uwe Dubbels im Gespräch mit Birgit Köpke (li.) und Natascha Priemel (Mitte)

Nachhaltigkeit

Respektvoll
haus-wirtschaften

Die folgende Ansprache richtete die Leiterin der Hauswirtschaft des Sozialwerks zu Beginn der Gesamtleiterbesprechung am 8. März 2022 an ihre Kolleginnen und Kollegen. Viele von uns waren so bewegt von ihren Worten, dass der Text hier für alle veröffentlicht werden soll.

 

Guten Morgen. Heute hier die Andacht zu halten, hat mir schon etwas Kopfzerbrechen bereitet. Die Schwierigkeit ist ja: Worüber soll ich sprechen? Viele Gedanken gingen mir durch den Kopf, aber ich merkte: Es muss von Herzen kommen. Das machte die Auswahl nicht viel leichter, aber dann kam mir die Idee: Ich rede einfach über meine Lieblingssthemen: Hauswirtschaft und Nachhaltigkeit.

In unserer Hauswirtschaft im Sozialwerk und in der Hauswirtschaft allgemein nimmt die Nachhaltigkeit einen immer größeren Stellenwert ein. Ökonomie, Ökologie und soziale Werte bestimmen mehr und mehr unser Handeln. Wir setzen Ressourcen verantwortungsbewusst ein, nutzen Dosiersysteme für unser Reinigungsmittel, arbeiten mit Mikrofasertüchern aus Plastikflaschen, versuchen weitgehend auf Einweggeschirr zu verzichten und setzen Trinkwasserspender ein, um Plastik zu sparen und die Arbeit der Mitarbeitenden zu erleichtern. Doch es gib noch viel zu tun.

Nur wenige Generationen hat es gebraucht, um mit un­serem Energiekonsum das Klima und damit das Gleichgewicht unseres Ökosystems massiv und bedrohlich zu verändern. Denn der Klimawandel kommt nicht. Er ist da. Er ist in vollem Gange und immer stärker spür­bar. Wir bewegen uns auf eine drei Grad wärmere Welt zu. Die Folgen sind immens und sie sind schon heute deutlich: Die Gletscher schmelzen in rasan­tem Tempo, der Meeresspiegel steigt, Wetterex­treme wie Hitzeperioden, Hochwasser, Stürme oder Star­kregen nehmen zu – mit katastrophalen Folgen für Menschen, Tiere und Pflanzen.

Noch tun wir so, als könn­ten wir über die Natur herrschen und sie bis zum letzten Teil ausbeuten und vermarkten. Unsere Wirtschafts- und Lebensweise baut auf stän­digem Wachstum auf, das uns scheinbar kaum eine andere Wahl lässt, als alles aus dem Boden, den Tieren, den Pflanzen herauszuholen. Da wird so lange Gift gespritzt, bis Insekten und Bienen aussterben; da werden Tiere, die wir nicht brau­chen, wie Müll geschreddert; da wird der Ozean mit Plastikmüll zugeschüttet, bis die Fische darin verenden; da wird so viel CO2 in die Luft geblasen, bis das Klima sich so aufheizt, dass es auch das menschliche Leben mehr und mehr gefährdet.

Es wird höchste Zeit, dass wir umdenken und uns nicht mehr länger als Herrscher über die Natur ver­stehen, sondern als Teil der Natur, der auf sie ange­wiesen ist. Es wird höchste Zeit, dass wir nicht von oben auf die Mitgeschöpfe herabsehen, sondern dass wir sie auf Au­genhöhe mit Respekt und Achtung betrachten. Ich denke, dass die besondere Aufgabe von uns als Christen darin besteht, zu einer anderen Haltung aufzurufen und diese auch selbst vorzuleben. Eine Haltung, die nicht mehr den Menschen als Mittelpunkt des Universums sieht, um den sich al­les dreht. Sondern eine Haltung, die von Dankbar­keit und Ehrfurcht gegenüber Gott und von Ach­tung gegenüber der Mitschöpfung geprägt ist. Gott hat diese wunderbare Erde geschaffen. Sie gehört ihm, nicht uns. Er hat sie als Lebensraum für viele Geschöpfe geschaffen, nicht für uns Men­schen allein.

Den Auftrag Gottes, die Erde zu bebauen und zu bewahren, haben wir Menschen in nahezu selbst­zerstörerischer Weise missbraucht. Diese Haltung verändert auch den Blick auf die Schöpfung. Die Erde, die Luft, das Wasser, die Tiere und Pflanzen sind Geschöpfe, die uns tra­gen und ernähren. Wir sollten ihnen dankbar sein, dass sie das bisher so zuverlässig für uns getan ha­ben, sie als Mitgeschöpfe achten und wertschät­zen. Diese Haltung, die nicht länger den Mensch als Mit­telpunkt der Schöpfung sieht, verändert auch die Sicht auf manche biblischen Texte.

Wenn wir uns zum Beispiel die Schöpfungsge­schichte im 1. Buch Mose 1 genau anschauen, dann wird dort deutlich: Der Mensch ist ganz besonders ab­hängig von den anderen Geschöpfen. Dass der Mensch als Letztes geschaffen wurde, wurde Jahr­hunderte lang so gedeutet, dass er eben die Krone der Schöpfung sei, für den alles andere geschaffen wurde. Von der Krone der Schöpfung steht aber nichts in der Schöpfungsgeschichte. Dass er als Letztes geschaffen wurde, zeigt vielmehr, wie sehr er von den anderen Geschöpfen abhängig ist, von der Erde, die ihn ernährt, von den Pflanzen und Tieren, von Luft und Wasser. Nicht der Mensch ist die Krone der Schöpfung, sondern der Sabbat. Am siebten Tag vollendete Gott seine Schöpfung – so heißt es in 1. Mose 2,1. Erst durch den Sabbat wird die Schöpfung vollendet.

Ich denke, dass damit nicht nur etwas über die Schöpfung am Anfang gesagt wird, sondern auch über die Schöpfung Gottes in der Gegenwart und der Zukunft. Mit dem Sabbat als der Vollendung der Schöpfung wird etwas über die Zukunft gesagt. Als Christen hoffen wir darauf, dass Gott uns von unseren Schuldverstrickungen befreien und uns neue Anfänge schenken kann. Mehr noch, wir glauben an die Verheißung eines neuen Himmels und einer neuen Erde. „Siehe, ich will einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen“ – so heißt es zum Beispiel im Buch Jesaja in der Bibel.

Dieser neue Himmel und die neue Erde, die angekündigt werden, sind also nicht nur etwas Zukünftiges, sondern auch schon etwas Gegenwärtiges. Sie beginnen mit dem Wirken Jesu, mit seinem Tod und seiner Auferstehung. Die neue Erde und der neue Himmel entstehen dort, wo Gott gegenwärtig ist, wo das Leben geachtet und geschützt wird, wo Liebe und Achtsamkeit größer sind als Gleichgültigkeit und Hass. Und diese Neuschöpfung umfasst die ganze Schöp­fung, nicht nur den Menschen. Im Römerbrief le­sen wir, dass auch die Schöpfung sich nach Erlö­sung sehnt. Der Mensch wird also nicht von der Erde erlöst, sondern mit ihr zusammen.

Der Auftrag an den Menschen, Gottes Schöpfung zu bebauen und zu bewahren, besteht nach wie vor, so lange wir leben. Jeder Einzelne kann etwas dazu beitragen. Gemeinsam können wir das Gesicht der Welt verändern. Öko-fairer Einkauf und Klimaschutz dürfen nicht Themen von Randgruppen bleiben, sondern müssen zu ge­samtgesellschaftlichen Anliegen werden. Wir brau­chen ein Um­denken, um unser Verhalten zu ändern. Das ist anstren­gend und bedeutet eine Veränderung unseres per­sönlichen Lebens. Aber es ist notwendig, denn es muss sich etwas ändern. Deshalb müssen wir uns aufmachen: Produkte fin­den, die nicht in Plastik verpackt sind, zum Markt gehen, um Produkte aus der Region zu kaufen, nachfragen und hinschauen, um auf ökologische Landwirtschaft zu achten. Fair bezahlte und gehandelte Lebensmittel sind ein wichtiger Baustein nachhaltiger Ernährung.

Etwa 20 Prozent des CO2-Ausstoßes hängen an der Ernährung. Unsere täglichen Verzehrgewohnheiten können also einiges bewirken. Nötig ist aber auch eine verän­derte und nachhaltige Mobilität. Nötig sind gut ge­dämmte Gebäude, die den Energieverbrauch re­duzieren. Für die Zukunft der Erde. Für unsere Kinder und Enkelkinder. Für die Menschen in den anderen Teilen der Erde. Und für die ganze Schöpfung.

„Mein Interesse gilt der Zukunft, weil ich den Rest meines Lebens darin verbringen werde.“

Birgit Köpke

Foto: Greg Rakozy von Unsplash

Adventsüberraschung

Auch in diesem Jahr konnten die Mieterinnen und Mieterder Seniorenwohnanlage, die Kinder und Jugendlichen der beiden Kinderhäuser am Grambker See sowie die Bewohnerinnen und Bewohner der Einrichtung „Haus Noah“ wieder eine Adventsüberraschung der besonderen Art erleben. Der Posaunenchor der Kirchengemeinde Grambke erfreute Klein und Groß mit vorweihnachtlicher Blasmusik vor dem Bauernhaus und vor „Haus Noah”. Altbekannte Weihnachtslieder luden zum Mitsingen ein – vor Ort oder am Fenster oder auf dem Balkon der eigenen Wohnung.

Auch nach dem Sonntagsgottesdienst am 3. Advent machte sich der Bläserchor auf den Weg zu den Bewohnern der Heimstätte am Grambker See, um auch dort mit ihren kräftigen Posaunen Weihnachtsvorfreude zu bringen. Das war eine willkommene Abwechslung und wurde entsprechend freudig von den Bewohnerinnen und Bewohnern aufgenommen. Ausgestattet mit einem heißen Punsch lauschten sie an den Fenstern der weihnachtlichen Musik und sangen mit. Für den außerordentlichen Einsatz der Bläser sagen wir ein herzliches Dankeschön und ein “Vergelts-Gott”.

Das Seelsorge-Team des Sozialwerks

Weißt Bescheid!

Unter diesem saloppen Motto fand am 9. September eine Tour durch die Nordbremer Psychiatrie- und Suchthilfelandschaft statt. Eingeladen hatte der Gemeindepsychiatrische Verbund Bremen Nord (GPV Nord), ein Zusammenschluss aus elf Organisationen, die im Norden Bremens vielfältige psychiatrische und suchtbezogene Hilfen anbieten. Betroffene und Vertreter*innen von Trägern, die (noch) nicht dem Verbund angehören, waren eingeladen. Erklärtes Ziel der Veranstaltung war die Vernetzung und das gegenseitige Kennenlernen.

Auch an Vertreter*innen aus der Politik war die Anfrage verschickt worden, an der Tour teilzunehmen. Im Vorfeld der Veranstaltung wurden fünf sogenannte „Wahlprüfsteine“ an sie verschickt, zu denen sie vor Ort oder schriftlich Stellung beziehen konnten.

Dem GPV Nord gehören elf Institutionen an, die im Bremer Norden in der Unterstützung und Hilfe für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen oder/und Suchterkrankungen tätig sind. Diese haben sich im Januar 2021 zum Gemeindepsychiatrischen Verbund Bremen-Nord (GPV Nord) zusammengeschlossen. Damit setzten sie einen politischen Beschluss der Bremer Bürgerschaft um.

Los ging es um die Mittagszeit in der Tagesstätte Nord. Etwa 45 Gäste wurden in der offenen Einrichtung der ArBiS Bremen mit einem überreichen Angebot aus hausgemachtem Fingerfood, Getränken und köstlichen Snacks empfangen. Bei diesen leckeren Naschereien kam man ins Gespräch und knüpfte erste Kontakte. Nicole Nullmeyer, Geschäftsführerin der ArBiS Bremen und Uwe Schale, Klinikpflegeleitung des psychiatrischen Behandlungszentrums Bremen Nord, hießen die Gäste als Geschäftsführung des GPV Nord willkommen.  Anschließend stellte Peter Toboll, Leiter der Tagesstätte, das offene Angebot für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen vor.

Der erste, vom GPV Nord erarbeitete Wahlprüfstein wurde von Janina Tessloff, Geschäftsführerin der Therapiehilfe Bremen, vorgetragen und die drei anwesenden Vertreterinnen aus der Politik, Bürgerschaftsabgeordnete Ute Reimers-Bruns für die SPD, Bürgerschaftsabgeordnete Sigrid Grönert für die CDU und Bundestagskandidatin Charlotte Schmitz für die LINKE nahmen dazu Stellung. Eine im Vorfeld zugesandte Position der FDP wurde verlesen. Die anderen vier Wahlprüfsteine wurden im Laufe des Nachmittags an verschiedenen Stopps vorgetragen und die politischen Vertreterinnen bekamen die Gelegenheit, die Position ihrer Partei zu dem betreffenden Thema zu äußern.

Nach ausreichender Stärkung, startete die Tour zu Fuß entlang der Projektwerkstatt der ArBiS Bremen, dem Betreuten Wohnen des Sozialwerks und mit einer kurzen Vorstellung des Szenetreffs vom Verein für Innere Mission und dem Hinweis auf die Ambulante Suchthilfe. Dann ging es zum Psychiatrischen Behandlungszentrum, wo Klinikdirektor Dr. Martin Bührig u.a. das Konzept der Ambulantisierung im Behandlungszentrum erläuterte.

Weiter ging es zu Fuß zur besonderen Wohnform für psychisch beeinträchtigte Menschen des Sozialwerks und von dort aus zum Aumunder Marktplatz, wo bereits ein Reisebus wartete. Die Bustour bot reichlich Gelegenheiten, sich gegenseitig von den eigenen Angeboten zu erzählen, Kontaktdaten auszutauschen, sich zu informieren, Einladungen auszusprechen und Ideen zu schmieden. Die Tour passierte das Intensiv Betreuten Wohnen der AWO Akazienhof, das ISZR Büro, das Büro der GAPSY, das Betreuten Wohnen des Therapiehilfe e.V., die Werkstatt Bremen und die Aids-Hilfe Regenbogen. Schließlich gelangte die Reisegruppe zum Haus Blumenthal der AWO Integra. Hier gab es im Garten einen Imbiss und die Gelegenheit, sich die Beschäftigungs-Angebote im Haus anzuschauen. Beim Imbiss im Garten wurde erneut die Gelegenheit zu Gesprächen genutzt.

Letzter Stopp der Reise war das Berufsbildungszentrum der Friedehorst Teilhabe Arbeit, bevor der Reisebus die Teilnehmer*innen zurück zum Aumunder Marktplatz brachte.

Voller neuer Eindrücke, ein wenig erschöpft, aber sehr erfüllt und zufrieden erreichte die Gruppe am frühen Abend den Aumunder Marktplatz. Die Veranstalter erhielten viele positive, ja begeisterte Rückmeldungen für die ausgezeichnete Organisation, die informative Tour und die als sehr wichtig empfundene Gelegenheit zur Vernetzung. „Denn gemeinsam sind wir mehr“, so war auf der Einladungskarte zu lesen.

 

In der Tagesstätte Nord startete die GPV Nord Tour, führte erst zu Fuß und dann mit dem Bus zu den Einrichtungen der Mitgliedsorganisationen.

Jede Stimme zählt

Natürlich wird auch in unseren stationären Senioren-Einrichtungen und in den Einrichtungen der Seelischen Gesundheit gewählt. Die Betreuenden und die im Sozialdienst tätigen Mitarbeitenden ermutigen und unterstützen ihre Bewohnerinnen und Bewohner dabei, ihr Wahlrecht wahrzunehmen.

So wurden z.B. im Seniorenzentrum am Oslebshauser Park die Angehörigen und Rechtsbetreuenden daran erinnert, für ihre Seniorinnen und Senioren Briefwahlunterlagen anzufordern oder sie ins Wahllokal zu begleiten. In der gerontopsychiatrischen Einrichtung in Gröpelingen unterstützen die Mitarbeitenden die ihnen anvertrauten Menschen im Beantragen der Briefwahl, um ihnen so auch die Teilhabe am politischen Leben zu ermöglichen.

Einige Einrichtungen des Sozialwerks sind schon seit Jahren oder in diesem Jahr zum ersten Mal zu Wahllokalen ernannt worden. So gehen in Oslebshausen schon seit vielen Jahren Bürgerinnen und Bürger zum Wählen in die Tagespflege am Oslebshauser Park.

Dr. Matthias Bonkowski, Vorstand des Sozialwerks freut sich, dass das Bauernhaus in Grambke bei dieser Wahl erstmals als Wahllokal fungieren darf. „Ich freue mich darüber, dass wir den Menschen in unserem Stadtteil einen Ort für ihre Stimmabgabe geben können und sie so darin unterstützen können, aktiv am politischen Geschehen mitzuwirken“, so der Vorstand des Sozialwerks, der hier im Ellerbuschort 12 auch sein Büro hat.

Danke für das Foto an Mika Baumeister von Unsplash

Erfahrungsexperten

Auf dem weitläufigen, parkähnlichen Gelände des Klinikums Bremen-Ost finden sich am Nachmittag des. 7. Juli etwa zehn junge Fachärzte im Konferenzraum des Zentrums für psychosoziale Medizin ein. Es ist die erste Fortbildungsveranstaltung in Präsenz seit langer Zeit. Dementsprechend zurückhaltend und unsicher erscheinen alle Anwesenden. Der Impf- bzw. Test-Status wird abgefragt, die Kontaktdaten eingetragen, die Hygiene- und Abstandsregeln genauestens eingehalten.

Als alle ihren Platz gefunden haben, verteilen Beate Rettig und ihr Team Gebäck aus der ArBiS-Bäckerei an die jungen Ärzte, denen der hinter ihnen liegende Arbeitstag an diesem heißen Sommertag deutlich anzumerken ist.

Dann beginnt Oberarzt Dr. Dominik Dabbert seinen Vortrag über die Langzeitfolgen von Suchterkrankungen. Schwerpunktmäßig geht es um das Korsakow-Syndrom. Dieses nach dem russischen Psychiater und Neurologen Sergei Korsakow (1854–1900) benannte Krankheitsbild beschreibt einen hirnorganischen Abbau, das Betroffene fortschreitend lebensuntüchtig werden lässt. Das Korsakow-Syndrom ist eine Erkrankung des Gehirns, welche die Gedächtnisleistung stark vermindert: Betroffene wirken auf Außenstehende meist konfus und desorientiert und füllen auftretende Gedächtnislücken mit frei erfundenen Geschichten (Konfabulieren). Er betont, wie wichtig die richtige Diagnose in der Notaufnahme für das weitere Leben der betroffenen Personen ist und auch die Notwendigkeit, den fast immer bestehenden Vitamin B1-Mangel bei alkoholabhängigen Menschen zu beheben. Die langjährige gute Zusammenarbeit mit dem Sozialwerk hat so manch einem Betroffenen die Chance auf eine Rückkehr in ein abstinentes, menschenwürdiges Leben eröffnet. So gibt Dr. Dabbert seiner Wertschätzung Beate Rettig und dem Sozialwerk gegenüber Ausdruck.

Dann ist Beate Rettig mit ihrem Vortrag an der Reihe. Sie berichtet aus der Praxis. In den beiden Einrichtungen des Sozialwerks für chronisch mehrfach abhängigkeitserkrankte Menschen leben Alkohol- und mehrfach abhängige erwachsene Menschen und üben dort Leben neu ein. Die einfachsten alltäglichen Verrichtungen, gesunde regelmäßige Mahlzeiten und die Selbstfürsorge werden bei abstinenter Lebensweise erneut trainiert. Tagesstruktur innerhalb der Einrichtung, aber auch Beschäftigung in einer der Werkstätten der Tochtergesellschaft ArBiS Bremen helfen bei der Alltagsbewältigung.

Herr Schmidt (Name geändert), Bewohner der Einrichtung Haus Noah in Burg-Grambke, betritt den Raum und wird von Beate Rettig interviewt. Bereitwillig gibt er Auskunft: über seine Suchterkrankung, wie er mit der Gefahr des Rückfällig-Werdens umgeht, was ihm hilft und wie er sich mit Merkhilfen und selbstgebauten Hilfsmitteln in seinem neuen, abstinenten Leben zurechtfindet. Herr Schmidt geht bewusst mit seinen Einschränkungen um und ist so in der Lage, Techniken zu erlernen, die ihm helfen, im Alltag trotz seiner Einschränkungen zurechtzukommen.

Anschließend gibt es die Möglichkeit für die jungen Ärztinnen und Ärzte, Fragen an Herrn Schmidt zu stellen. Schnell wird klar: Er ist der eigentliche Experte in der Runde, denn er weiß durch Erfahrung, wie sich Sucht anfühlt und wie sie das Leben einschränkt und zerstört. Er hat einen Weg aus der Sucht heraus gefunden und gelernt, mit der lebenslang andauernden Anfälligkeit und den Einschränkungen umzugehen, die der jahrelange Alkoholmissbrauch mit sich gebracht hat.

Gute Ausbildung

Schon beim Vorstellunggespräch war schnell klar, dass dies der richtige Platz für sie war. „Da war so viel Farbe, so viel Herzliches“, erinnert sich die 21-jährige Auszubildende, die nun kurz vor ihrem Abschluss steht. Dann ging alles ganz schnell. Die damals 19-Jährige bekam eine Wohnung auf dem Sozialwerksgelände und begann ihre Schreinerausbildung in der Werkstatt für psychisch beeinträchtigte Menschen.

Freya Malle kommt aus Butjardingen. Nach ihrem Abitur wollte sie gern etwas Handwerkliches machen. Sie hatte schon immer viel Zeit mit ihrem Vater in dessen Werkstatt verbracht. Dieser hatte in seiner Freizeit immer an einem Projekt gebaut.

Auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz stieß Freya auf das Sozialwerk.  „Die Menschen haben so interessante Geschichten, ich konnte viel von ihnen lernen“, ist Freyas Eindruck im Rückblick auf ihre Ausbildung.

Soziale Kompetenzen brachte Freya schon mit, doch wurden diese hier noch weiter geschult. Nico Kusserow ist Tischler-Meister und Ausbilder der jungen Frau. Er findet nur lobende Worte über sie und ihren Werdegang: „Freya hat sich sehr gut in die Werkstatt eingefügt. Sie hat gute Beziehungen zu ihren Kolleginnen und Kollegen und ist mit ihnen auf Augenhöhe.“ Doch nicht nur von ihren sozialen Kompetenzen ist der erfahrene Ausbilder überzeugt. „Wir lassen Freya ungern gehen. Sie ist eine große Hilfe und Unterstützung im Arbeitsalltag. Freya ist selbstständig und es hat wirklich Spaß gemacht mit ihr zu arbeiten.“

Durch die besonderen Gegebenheiten in der ArBiS-Holzwerkstatt, hatte Freya viel Zeit zum Üben und reichlich Gelegenheiten, Dinge auszuprobieren. „Nico hat mir viel zugetraut. Dadurch habe ich auch schnell und viel gelernt“, betont Freya Malle. Auszubildenden Freiheit zum Ausprobieren und Fehlermachen zu geben, ist Nico Kußerow wichtig.

Da in der Holzwerkstatt der ArBiS Bremen keine Türen und Fenster angefertigt werden, dies aber zu den Ausbildungsinhalten gehört, hat Freya einen Teil ihrer Ausbildung bei einem Kooperationspartner absolviert. Dort hat sie so große Anerkennung für ihre Arbeit und ihre persönliche Art bekommen, dass sie gleich im Anschluss an ihre Ausbildung dort arbeiten und weitere praktische Erfahrungen sammeln kann.

Der Beruf des Tischlers oder Schreiners war lange ein männerdominierter Beruf. Nur drei von 20 Ausbildungskolleg*innen ihrer Klasse sind Frauen. Inzwischen gibt es ein jährlich stattfindendes Tischlerinnentreffen, das an einem Wochenende stattfindet und dem Austausch der Frauen in diesem Berufsbild dient. Freya ist schon ein bisschen stolz, sich hier beweisen zu können und die Anerkennung ihrer männlichen Kollegen zu haben. In ihrer Ausbildung hat sie als Frau nur gute Erfahrungen gemacht. „Es gab keine Respektlosigkeiten und ich wurde gut behandelt. Ich glaube, da ändert sich gerade auch was in der Gesellschaft“, so die Auszubildende.

Nun stehen die Abschlussprüfungen an. Nach der theoretischen Prüfung, in der es um einen konstruierten Kundenauftrag inklusive Planung, Kalkulation und Ausführung geht, wird ein Gesellenstück gefertigt. Dafür gibt es einen vorgegebenen Zeitraum von 100 Stunden, innerhalb derer ein Möbelstück nach bestimmten Vorgaben gefertigt werden muss. So spielt das Aussehen des Gesellenstückes eine Rolle und es muss ein bewegliches Teil wie z.B. eine Tür oder eine Schublade geben. Hier kann der Betrieb beratend zur Seite stehen. Die Gesellenstücke werden anschließend in der Handwerkskammer ausgestellt und können öffentlich besichtigt werden.

Die traditionelle Freisprechung, die die offizielle Anerkennung als Gesellin darstellt, fiel in diesem Jahr corona-bedingt aus. Am 1. Juli konnte Frey jedoch ihr Abschlusszeugnis abholen. Ihr Ausbilder und ihre Arbeitskolleginnen und -kollegen freuten sich mit ihr und überreichten ihr anlässlich ihrer abgeschlossenen Ausbildung eine Baumscheibe mit eingebrannten Glückwünschen.

Das Gesellenstück

Der Gesellenbrief

Ausbilder Nicolai Kußerow (re.), Arbeitskollege Fabian Wrieden (2. v. re.), Michael Koch (Mitte) und Ergo-Thearpeutin Anita Meyn (2. v. li.) freuen sich mit Freya Malle (li.) über den erfolgreichen Abschluss ihrer Ausbildung.

Das wirkt, oder?

Bewirkt das, was wir tun, eigentlich was? Was machen wir richtig und was können wir besser machen? Diese naheliegenden und doch selten gestellten Fragen beschäftigten im Jahr 2018 Beate Rettig und ihre Kollegin Gesa Gernert. Die beiden Kolleginnen sind in den Suchteinrichtungen des Sozialwerks tätig und begleiten die Entwicklung der Bewohner*innen, die unter chronischen Abhängigkeiten leiden. Es gibt viele Angebote für diese Menschen und feste Strukturen haben sich etabliert. Doch sind diese alle sinnvoll und zielführend? Gemeinsam erarbeiteten die Einrichtungsleiterin und die Psychologin einen Fragenkatalog, der allen Bewohner*innen vorgelegt wurde. Im gemeinsamen Gespräch wurden die Antworten protokolliert und anschließend verarbeitet. „Das war eine Menge Arbeit“, so Beate Rettig, „und wäre ohne meine Kollegin Gesa nicht möglich gewesen, die sich auch ehrenamtlich sehr in dieser Sache engagiert hat.“ Die beiden Frauen bekamen außerdem wertvolle Unterstützung vom Leiter der IT-Abteilung, Patrick Kötteritzsch. Er gab hilfreiche Tipps bei der Erstellung und Auswertung von Excel-Tabellen zur Erfassung der Umfrageergebnisse. In einem 16-seitigen Bericht wurden die Ergebnisse zusammengetragen und für die Nutzer*innen der Einrichtungen in anschaulichen Diagrammen als Poster dargestellt. Die Resultate der Befragung waren für die Nutzer*innen, aber auch besonders für die Anbieter*innen der Angebote hoch interessant. Viele Angebote erwiesen sich als hilfreich und hoch effektiv. Andere wurden als wenig effektiv entlarvt. „Nun wissen wir, woran wir arbeiten müssen“, so Beate Rettig. „Wir sind den Bewohner*innen so dankbar für ihre Kooperationsbereitschaft. Denn sie sind die Experten. Sie wissen, was ihnen guttut und was überflüssig ist, wovon es mehr geben sollte und wovon weniger.“ Den Impuls für eine Evaluation hatte Beate Rettig durch den leitenden Oberarzt des Zentrums für Psychosoziale Medizin, Dr. Dominik Dabbert, bekommen.

Die Befragung war freiwillig. Jedoch haben sich alle Bewohner*innen der besonderen Wohnformen, Haus Abraham und Haus Noah, beteiligt. Für alle gab es die gleichen Rahmenbedingungen. Das Interview fand in einem öffentlichen Raum statt und wurde durch Beate Rettig durchgeführt, die sich in der Thematik von Suchterkrankungen gut auskennt und doch mehr Abstand zu den Bewohner*innen hat als eine Betreuungsperson.

Es gab 30 Fragen. Für viele Fragen gab es vier Antwortmöglichkeiten: äußerst hilfreich, etwas hilfreich, eher überflüssig, völlig überflüssig. Eine neutrale, mittlere Antwortmöglichkeit wurde bewusst vermieden. Fragen waren z.B. „Eine feste Tagesstruktur ist für mich…“ oder „Eine Selbsthilfegruppe zu besuchen, ist für mich…“ Darüber hinaus gab es Ja/Nein-Fragen, wie z.B. „Auch, wenn ich trocken lebe, bin ich immer rückfallgefährdet.“ oder „Ich bin freiwillig in dieser Einrichtung.“

Nach der Auswertung wurde aus Mitarbeitenden und Nutzer*innen eine Konzeptgruppe gebildet. Diese Gruppe hatte die Aufgabe, ein Konzept für Änderungen zu entwickeln, um das Angebot zu optimieren. Die Änderungen wurden dann umgesetzt und nach zwei bis drei Monaten erneut kontrolliert. Als erste Früchte dieser Konzeptgruppe gibt es nun z.B. eine neu gestaltete Geburtstagsfeier in den beiden Einrichtungen: Pro Quartal gibt es eine Trocken-Geburtstagsfeier mit „Tortenschlacht“. Da wird dann so richtig gefeiert, dass Bewohner*innen ein oder mehrere Jahre trocken leben, was für die meisten gleichbedeutend mit einem Geburtstag ist, da sie ohne Abstinenz wohl nicht mehr am Leben wären. Im Bereich der Wahrnehmung der eigenen Gefühle und Gedankengänge arbeitet die Gruppe an weiteren Veränderungen für die Bewohner*innen in Haus Noah.

Die letzten Skeptiker dieser Aktion sind überzeugt: Evaluation ist ein großartiges und hilfreiches Instrument, um tiefere Erkenntnisse darüber zu gewinnen, was wirklich wirkt. „Ein bisschen Mut gehört allerdings schon dazu, sich hinterfragen und kritisieren zu lassen“, weiß Beate Rettig zu berichten. „Letztendlich können wir aber nur besser werden.“ Sie möchte dieses hoch wirksame Instrument weiter nutzen, um die Arbeit im Sozialwerk zu verbessern und die Evaluation 2018/2019 mit einigen Verbesserungen nach einigen Jahren wiederholen.

 

Fotowettbewerb

Momentan ist es noch immer nicht abzusehen, wann wir uns wieder persönlich bei einer unserer Veranstaltungen treffen können. Um dir trotzdem eine Freude zu bereiten, haben wir uns überlegt, dass wir einen Fotowettbewerb ausschreiben. Einfach mal den Blick weg vom normalen Alltag, hin zu den schönen Seiten des Lebens lenken oder gerade eben den Blick auf das Hier und Jetzt fokussieren, um das Schöne im Alltag zu finden – zu dieser Herausforderung wollen wir dich einladen. Machst du mit?

In erster Linie wollen wir dich als Mitarbeiter*in für diese Herausforderung gewinnen. Gern kannst du aber auch deineFamilienmitglieder, Freunde oder Bekannten zum Mitmachen animieren. Lasst uns gemeinsam den Fokus auf das Miteinander und auf das Gute, das Gott uns gegeben hat, richten.

Wir haben uns DREI THEMEN herausgesucht, die uns begeistern. Welches spricht dich am meisten an?

Nächstenliebe
Das sind z.B. Nachbarn, die bei den kleinen Dingen des Alltags geholfen haben, Freunde, die uns zur Seite stehen und uns helfen oder der Versuch, bestehende Feindschaften zu überwinden und Frieden zu schließen. Oder da ist ehrenamtliches Engagement für schwache, einsame, kranke oder behinderte Menschen. Es gibt private Aktionen im Freundeskreis und in der Nachbarschaft, Initiativen im Netz oder Engagement in Gemeinden, in der Jugendarbeit oder in Vereinen. Und auch diakonische oder karitative Arbeit bietet viele Fotomotive.

#stayathome
Hier geht es um Fotos, die zeigen, wie ihr persönlich mit der Corona-Krise zu Hause umgeht. Hier geht es um Überraschendes, Alltägliches und Ideen. Welche Menschen, Dinge, Rituale oder Orte sind euch in der letzten Zeit wichtig geworden? Was nervt?

“Mensch – Arbeit – Alter”: Was Pflegende leisten
Sie sind die wahren Helden der Pandemie: die Pflegenden in unseren Heimen und Krankenhäusern. Aber auch die pflegenden Angehörigen und die Senioren selbst, die lange Zeiten der Isolation und Einsamkeit durchleben.

• Fotografiere mit deinem Smartphone!
• Die 3 besten Fotografien pro Thema werden prämiert.
• Mehrere Einsendungen sind möglich.
• Fotos bitte in maximaler Dateigröße einsenden (nicht komprimieren oder „optimieren“)
• Einsendung bis 19.03.2021, 12 Uhr per Mail an e.rafflervanrijn@sozialwerk-bremen.de
• Im Text bitte folgende Angaben nennen:
Name, Alter (freiwillig), Thema (Kategorie) und E-Mail-Adresse.
Mit deiner Bewerbung versicherst du, dass alle abgebildeten Personen mit einer Veröffentlichung der Bilder einverstanden sind. Bei minderjährigen Abgebildeten muss das Einverständnis der Eltern vorliegen. Die unterschriebenen Formulare für  Einverständnis- und Datenschutzerklärung müssen uns erst bei der Veröffentlichung der Gewinnerfotos vorliegen. 
• Die eingesandten Daten werden ausschließlich zur Durchführung des Wettbewerbs gespeichert und nach Zweckerreichung wieder gelöscht. Eine Übermittlung an Dritte und eine eigene werbliche Nutzung der Daten erfolgt nicht.
• Das Urheberrecht der Bilder bleibt bei dir.
• Bilder werden strikt in Verbindung mit den Auszeichnungen verwendet und werden auf der Website www.sozialwerk-bremen.de im Blog ausgestellt. Bilder werden nicht weiterverkauft oder durch Dritte verwendet. Sollte es eine Anfrage geben, so leiten wir diese per E-Mail an dich weiter.

Preise:
1. Platz: Geschenkpaket der Arbis-Bäckerei im Wert von 30 Euro
2. Platz: Kuchen-Gutschein der ArBiS-Bäckerei im Wert von 20 Euro
3. Platz: Schokoladen/Keks-Gutschein der ArBiS-Bäckerei im Wert von 10 Euro

Nähere Infos zum Datenschutz sowie Einverständniserklärungen für Erwachsene und Minderjährige findest du unter
https://sozialwerk-bremen.de/termine/

Flower Power

oder: Blumen sprechen lassen

Es war ganz normaler Nachmittag am Freitag, dem 18.Dezember 2020 in Haus Noah. Monika Krause und Tobias Heseding, Mitarbeiter*innen in der Einrichtung für chronisch mehrfach abhängigkeitserkrankte Menschen, sprachen über die anliegenden Aufgaben. Plötzlich klingelte es an der Haustür. Eine Mitarbeiterin vom Gartencenter Weingärtner stand vor der Tür und fragte, ob sie etwas vorbeibringen dürfe. Natürlich durfte sie. Aus ihrem Wagen holte sie acht Stiegen mit Blumen und Pflanzen mit jeweils 10 bis 15 Töpfen blühender Pracht. Da war das Erstaunen und die Freude groß.

Das gesamte Haus war plötzlich hellwach. „Dass es sowas noch gibt!“ „Was für ein schönes Weihnachtsgeschenk!“

Gleich nach dem Abendbrot verwandelte Monika Krause den unteren Speiseraum in ein Blumenmeer. Jeder konnte vorbeikommen und sich aussuchen, was ihm oder ihr gefiel. Da blieb es nicht nur bei einer blühenden Schönheit.

Aufgrund der erneuten Lockdown-Bestimmungen musste das Gartencenter zum zweiten Mal in diesem Jahr schließen. Man beschloss: Die Blumenpracht sollen Menschen erhalten, die sonst nicht so viel haben. Eine Mitarbeiterin machte sich auf die Suche. Wo wohnen diese Menschen, die etwas Blühendes gut gebrauchen können?

Im Nachhinein erinnert sich Tobias Heseding, am frühen Nachmittag dieses Freitags eine Person gesehen zu haben, die mit ihrem Auto auffällig langsam am Haus Noah vorbeigefahren war und suchend gewirkt hatte. Nun war sie zurückgekehrt – mit reich bepacktem Wagen.

Die Freude über diese großzügige und kreative Spende wirkt noch lange nach. Hier und da schmückt eine blühende Pflanze die Fensterbank der Bewohner*innenzimmer oder der Gemeinschaftsräume.

Der Nutzer*innenbeirat hat eine schöne Dankeskarte auf den Weg gebracht – mit vielen Unterschriften beschenkter Menschen!

 

Beate Rettig,

Einrichtungsleiterin Haus Noah

Foto:

Maren Kienast, Mitarbeiterin in Haus Noah