Corona: Flexibilität gefragt

Was machen die Seelsorger in Zeiten von Corona? Auch in unserem Bereich hat das Virus alles durcheinandergewirbelt; unsere Flexibilität ist gefragt! Aufgrund der Richtlinien des Gesundheitsamtes für die einzelnen Einrichtungen unseres Sozialwerkes muss verständlicherweise der sogenannte Querverkehr vermieden werden. Also können wir nicht einfach wie gewohnt zwischen Einrichtungen und Wohnbereichen wechseln. Doch wie können wir uns weiterhin um die Menschen kümmern? Resignieren ist keine Lösung und daher haben wir uns auf die Suche nach neuen Wegen und Möglichkeiten gemacht. Das brachte spannende Entwicklungen mit sich. Einige von uns arbeiten zurzeit entsprechend ihrer beruflichen Profile außerhalb des pastoralen Dienstes zum Teil in der Beschäftigung. Und wie läuft es mit Gottesdiensten, Andachten und Seelsorge? So wie wir es zum Beispiel für unsere Kirchengemeinden praktiziert haben, sind wir den Weg der Digitalisierung und modernen Medien gegangen. Andachten, die wir nur noch vereinzelt live per Ansprache mit Liedern einbringen können, zeichnen wir mit Hilfe des Smartphones auf Video auf und geben sie per USB-Stick oder DVD weiter. Über Fernseher oder Beamer können wir auf diese Weise gesehen und gehört werden. Und wir bieten die sogenannte „Seelsorge to go“ an, also mobile Seelsorge außer Haus: Mit Mundschutzmasken und entsprechendem Abstand unternehmen wir Spaziergänge im Freien und ermöglichen Begegnung miteinander. Eine andere Möglichkeit sind Open-Air-Konzerte. Unser musikalischer Kollege Christian Schwarz hält auf einem Platz vor einer Einrichtung ein Freiluft-Konzert ab und die Bewohner können von ihren Balkonen oder Fenstern aus die Darbietung genießen. Aus Verlegenheiten werden Gelegenheiten. Mit der Flexibilität ist das so eine Sache. So merkte jemand kürzlich an: „Warum kann eigentlich nicht einfach mal alles so bleiben wie es ist; und brauchen wir unbedingt immer wieder Veränderungen?“ Neues ist erst einmal anstrengend, macht vielleicht sogar Angst. Doch sind Veränderungen auch wichtig. Wie wir aktuell in der Krisenlage erleben. In der Bibel gibt es dazu eine wichtige Aussage vom weisen Salomo im Buch der Prediger: „Jedes Ding hat seine Zeit. Das gilt für alles, was unter dem Himmel geschieht.“ Erkennen wir, was aktuell an der Zeit ist und stellen uns verantwortlich darauf ein. Flexibilität ist gefragt!(Pastor Martin Courier)