Aktion Dreikönigssingen
Caspar, Melchior und Balthasar: Die drei Weisen aus dem Morgenland, bekannt als die Heiligen drei Könige, kamen zum Sternsingen ins Sozialwerk und verteilten ihre Segenswünsche.
Wir haben seit Jahren teil an der katholischen Tradition des Sternsingens, wenn Anfang des Jahres die Katholische Kirchengemeinde St. Josef in Oslebshausen ein Sternsinger-Trio in unsere Einrichtungen entsendet. 2025 erfreuten drei Mädchen als die Heiligen drei Könige aus der Weihnachtsgeschichte mit ihrem kleinen Programm aus fröhlichen Liedern und aufgesagten Texten die Menschen in unseren Heimstätten und die Tagespflegegäste in Oslebshausen, Grambke und am Standort Ohlenhof. Auch ein Kinderhaus und eine Einrichtung der Eingliederungshilfe besuchte das königliche Trio. Die drei verkündeten allen die Geburt des göttlichen Kindes und brachten den Segen Gottes in unsere Häuser. Das Segenszeichen klebten sie über die Eingangstür: 20*C+M+B*25.
„Christus Mansionem Benedicat“ – Christus segne dieses Haus und alle, die darin wohnen.
Nicht die Initialen der Drei Könige, sondern die Abkürzung dieses Segensspruchs steckt hinter den drei Buchstaben. Und wie schnell die Häuser des Sozialwerks tatsächlich in Gefahr geraten können, mussten wir im letzten Jahr gleich mehrfach erkennen. Deshalb danken wir den Sternsingerinnen und ihrem „Begleitpersonal“ für ihren Besuch und ihren segensreichen Einsatz. Als kleines Dankeschön gab es Spenden in die Spendendose und heiße Schokolade für die trocken gesungenen Kehlen.
Die „Aktion Dreikönigssingen“ ist die größte Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder weltweit. Die gesammelten Spenden der diesjährigen Aktion unter dem Motto: „Erhebt eure Stimme! Sternsingen für Kinderrechte“ kommen notleidenden Kindern in Kolumbien und in der Turkana/Kenia zugute.







Bremen sagt Danke
Auf Einladung des Bremer Bürgermeisters Dr. Andreas Bovenschulte hatten Anfang Dezember die Sängerinnen und Sänger des ukrainischen Kinderchors und ihre Eltern die Gelegenheit, das historische Rathaus und die obere Rathaushalle von innen zu bewundern. Sie waren zur Mitgestaltung des Empfangs „Gemeinsam für die Ukraine: Ein Abend der Begegnung“ eingeladen worden, zu dem Gäste des Ukrainischen Generalkonsulats Hamburg, die Direktorin für internationale Zusammenarbeit der Stadt Odessa/ Ukraine, das „UNITY Center UA“ und weitere Persönlichkeiten und Initiativen aus der Bremer Politik, Kirchen, Verbänden und Unternehmen zugegen waren. Umrahmt wurde die Festveranstaltung vom Ukrainischen Frauenchor GLORIA, der mit populären ukrainischen und deutschen Liedern eine musikalische Brücke zwischen den Kulturen schlug.
Und mitten im Programm begeisterte der ukrainische Kinderchor unter Leitung von Dipl. Chormeisterin Anna Chulkova mit seinem Können. Vor so großem internationalen Publikum an historischer Stelle zu singen, war ein Erlebnis der besonderen Art, und die Gäste honorierten ihre fröhlichen Lieder mit anhaltendem Applaus.
So wurden die kleinen Sänger und Sängerinnen auch zu Vertretern des Sozialwerks Bremen, das bereits vor Ausbruch des Krieges eine Initiative für Mütter mit behinderten Kindern in Charkiw/ Ukraine unterstützte. Von Kriegsbeginn an half das Sozialwerk mit geeignetem Wohnraum für geflüchtete ältere und beeinträchtige Menschen, mit Möbelspenden und deren Transport, sowie mit diversem Hausrat und Bekleidung. Bis dato engagieren sich eine ganze Reihe von Mitarbeitenden des Sozialwerks ehrenamtlich und leisten diverse persönliche Unterstützung. Neben dem integrativen Kinderchorprojekt mit Elterncafé auch bei der Übersetzung und Bearbeitung von Dokumenten und Anträgen, damit die Integration in unsere Gesellschaft gelingen kann.
Allen freiwilligen Helfern und Spendern, die sich unermüdlich für ukrainische Geflüchtete engagieren, galt das große DANKESCHÖN des Bremischen Bürgermeisters und der Vertreter des Ukrainisches Staates. Gepaart mit der großen BITTE, mit Ausdauer und Weitblick nicht in diesem Engagement nachzulassen, auch dann, wenn die Kampfhandlungen hoffentlich bald ein Ende finden.
Andrea Hammer, Ph.D.

Letzte Regieanweisungen von der Chormeisterin

Gemeinsam für die Ukraine: Ein Abend der Begegnung im oberen Rathaussaal
Kinderchor auf dem Bremer Marktplatz
Das muss gefeiert werden: Am 24. August ist der Tag der ukrainischen Unabhängigkeit, und das wird jedes Jahr im In- und Ausland fröhlich gefeiert. Auch in Bremen gab es dazu eine Kundgebung und musikalische Darbietungen auf dem Marktplatz. Für den ukrainischen Kinderchor, der seit zwei Jahren im Sozialwerk Bremen beherbergt ist, hieß das: Bühne frei! Die Kinder begeisterten Hunderte von Menschen, motivierten zum Mitsingen und brachten ihre Verbundenheit zu ihrem Heimatland musikalisch zum Ausdruck.
Am Abend stand die Unabhängigkeit der Ukraine im Mittelpunkt eines ökumenischen Gottesdienstes, an dem u.a. der Bremer Bürgermeister Bovenschulte und die Präsidentin der Bremischen Ev. Kirche Bosse klare Worte gegen den Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine fanden. Gemeinsam wurde für den Frieden gebetet, und im Anschluss gab es ein Konzert des ukrainischen Frauenchors GLORIA.
Ein herzliches Dankeschön an Anna Chulkova, ukrainische Chormeisterin, die seit vielen Jahren im Sozialwerk tätig ist, und an die Freiwilligen, die die wöchentlichen Chorstunden und das parallel stattfindende Elterncafé erst möglich machen. Das Chorprojekt ist ein Teil der Ukrainehilfe des Sozialwerks, wo beeinträchtigte Menschen geeigneten Wohnraum, Möbelhilfen und Unterstützung bei Behördenangelegenheiten bekommen.
Weiterer Dank gilt der „Aktion Deutschland hilft“, dem „Paritätischen Wohlfahrtsverband Bremen“, der Sparkasse und PSD Bremen und der Sparda Bank Hannover, deren Spenden die musikalische Förderung der Kinder ermöglichen.
Pastorin Andrea Hammer, Ph.D

Vergeben statt vergelten
Ein nebeliger Novembertag im Jahr 1945. Die Hofgemeinschaft des Hofes Capelle im Bremer Blockland verbringt einen ruhigen Abend in Gesellschaft mit Verwandten. Nachdem alle zu Bett gegangen sind, wird das Haus überfallen. Zehn bewaffnete, junge Männern überfallen den Hof und plündern, was sie finden können. Es sind polnische Zwangsarbeiter, die nach Kriegsende zwar frei, aber heimat- und perspektivlos in der Kaserne in Gröpelingen hausen. Sie selbst sind deportiert worden, haben Verwandte und Freunde durch grausame Gewalt verloren. Nun plündern sie den Hof und üben Vergeltung für das, was ihnen angetan worden ist. Sie treiben alle Menschen des Hofes Capelle in den Keller und erschießen sie – von den Kindern bis zu den Großeltern. Auch die beiden Angestellten werden nicht verschont. Einzig Wilhelm Hamelmann stellt sich tot und schleppt sich, nachdem die Täter abgezogen sind, schwerverletzt zum zwei Kilometer weit entfernten Nachbarhof, wo er Hilfe findet.
Bei der Trauerfeier für seine ums Leben gekommene Familie lässt der schwer verwundete Wilhelm Hamelmann folgende Worte verlesen:
„Als in der schaurigen Nacht die Tragödie ihren Höhepunkt erreicht hatte und ich, an Leib und Seele wund, das Totenhaus verließ, da war mein Herz dennoch erfüllt von einem Frieden, den allein mein Gott mir schenken konnte. Das mir von Gott geschenkte unbedingte Gottvertrauen, gegründet auf Christus, ermöglichte es mir, alles zu ertragen und zu überwinden. Im Andenken an meine lieben Angehörigen muss ich eins bekennen: Unser Haus war stets ein Haus der Liebe, wo die Niedrigsten geachtet wurden und den Ärmsten Hilfe ward. Das soll auch weiterhin meinem Leben Leitstern sein.“
Die jungen Polen werden bis auf einen gefasst und nach damals geltendem, amerikanischem Recht verurteilt. Ein Angeklagter wird zu 40 Jahren, drei weitere Angeklagte zu lebenslanger Haft verurteilt. Vier der Täter bekommen das Todesurteil und werden auf einem Bremer Schießplatz hingerichtet. Der entkommene, neunte Täter, wird später gefasst und ebenfalls zu lebenslanger Haft verurteilt. Wilhelm Hamelmann muss noch im Krankenhaus seine Mörder identifizieren. Er setzt sich beim Hauptstaatsanwalt dafür ein, milde Urteile zu fällen.
1967 erfährt Wilhelm Hamelmann, dass drei der verurteilten Polen noch immer hinter Gittern sitzen. Er besucht sie und bittet anschließend beim US-Botschafter um ihre Begnadigung. Persönlich holt er sie nach ihrer Freilassung ab und bringt sie an einem sicheren Ort unter.
Die Ausstellung „Versöhnung im Alleingang“ behandelt die Geschehnisse des 21. November 1945. Helmut Dachale hat seine Recherchen über die Opfer, die zu Tätern wurden, in der 14 Banner umfassenden Ausstellung aufgearbeitet. Diese wird am 13. Mai 2022 ab 13 Uhr für die Schüler*innen der Privatschule Mentor, ab 14.30 Uhr für die Öffentlichkeit gezeigt. Ergänzt durch eingesprochene Zitate aus dem Tatsachenbericht von Wilhelm und einem Raum, der zum Hören von Podcasts zum Thema einlädt, bietet die interaktive Ausstellung viel Stoff zum Nachdenken und Reflektieren. Im Schüler*innencafé gibt es die Gelegenheit zum Austausch. Im Foyer kann das Buch von Wilhelm Hamelmann und die Broschüre zur Ausstellung erworben werden.
Die Ausstellung findet im Rahmen des 60-jährigen Jubiläums der Privatschule Mentor statt und bietet die Gelegenheit der Auseinandersetzung mit der Geschichte des Standortes. Auf dem Gelände des ehemaligen „Camp Tirpitz“ befindet sich heute die Schule in freier Trägerschaft sowie Einrichtungen des Sozialwerks der Freien Christengemeinde für Senioren, Kinder und Jugendliche und psychisch beeinträchtigte Menschen.
Das Foto zeigt acht der neun Täter beim Prozess am 1. März 1946.
Foto: Photo Bors/Weser Kurier, K. Stockhaus/Weser Kurier, Privatbesitz/Kulturhaus Walle








