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Sponsoring von Erinnerungen und Emotionen

Spiele und Filme können für ältere Menschen – mit oder ohne Demenz – weit mehr sein als nur Zeitvertreib. Sie sind Brücken in die eigene Vergangenheit, wecken Erinnerungen, stärken Emotionen und schaffen Verbindung zu anderen Menschen.

Darum wurden jetzt wieder in der Stadtbibliothek Gröpelingen besondere Bücher und weitere Medien für Senioren und Seniorinnen angeschafft, ermöglicht durch Spenden des Vereins der Freunde der Stadtbibliothek Bremen. Die Bibliothekarin Susanne Künne kommt regelmäßig mit Bücherkisten und Hündin Lotte auch in unsere Einrichtungen und stellt Material vor, das kostenlos ausgeliehen werden kann. Unsere Mitarbeitenden, Bewohnerinnen und Bewohner freuen sich jedes Mal sehr über den Besuch. Gerade alte Filme, Musik und Erinnerungsquizspiele sind sehr beliebt.

Im Februar besuchte eine Delegation die Heimstätte Ohlenhof, neugierig, wie die gesponserten Medien in der Praxis ankommen. Einrichtungsleiterin Vera Strech und die Beschäftigungskräfte ihres Teams, Monika Drews, Claudia Chibani, Sabrina Schulz und Tanja Voß, hießen die Vorstandsmitglieder des Vereins – Dr. Helga Trüpel und Cornelius Neumann-Redlin – sowie die stellv. Direktorin der Stadtbibliothek Bremen Anika Schmidt und Susanne Kühne mit Lotte herzlich willkommen. Die Gäste sahen und hörten genau zu, wie Mensch und Material aufeinandertrafen. Eindeutiges Ergebnis: Freude über jedes Spiel, jeden Film und jedes Buch.

Klassische Gesellschafts- oder Kartenspiele begleiten viele Menschen seit ihrer Jugend. Schon das Geräusch vom Kartenmischen oder von rollenden Würfeln kann vertraute Gefühle hervorrufen. Für ältere Menschen ohne Demenz fördern solche Spiele Konzentration, strategisches Denken und soziale Interaktion. Für Menschen mit Demenz ist eher das gemeinsame Erleben zentral. Vereinfachte Spielvarianten, große Spielkarten oder Spiele mit Bildern aus früheren Zeiten – etwa Motive aus den 1950er- oder 1960er-Jahren – können Erinnerungen aktivieren. Das Ziel ist nicht das Gewinnen, sondern das Gefühl von Zugehörigkeit und Freude. Auch digitale Spiele können geeignet sein, wenn sie einfach gestaltet sind. Musik- oder Quizspiele mit bekannten Schlagern regen Gespräche an: „Weißt du noch, damals…?“ – ein Satz, der oft eine Kette wertvoller Erinnerungen auslöst.

Filme haben eine besondere Kraft, weil sie Bilder, Musik und Geschichten verbinden. Klassiker wie Die Feuerzangenbowle, Sissi oder internationale Filme wie Casablanca erinnern viele ältere Menschen an Kinobesuche in jungen Jahren. Beim gemeinsamen Anschauen entstehen Gespräche über erste Dates, Tanzabende oder die Zeit nach dem Krieg.

Für Menschen mit Demenz sind vertraute Filme besonders wertvoll. Selbst wenn Details der Handlung vergessen werden, bleiben Gefühle und Stimmungen oft erhalten. Eine bekannte Melodie oder ein vertrautes Gesicht kann Sicherheit vermitteln. Erinnerungen sind eng mit Emotionen verbunden. Spiele und Filme können Freude, Nostalgie, manchmal auch Wehmut hervorrufen. Diese Gefühle sind Teil der eigenen Lebensgeschichte. Gerade bei Demenz, wenn vieles im Alltag unsicher erscheint, geben vertraute Inhalte Halt und stärken das Gefühl: „Das bin ich. Das habe ich erlebt.“

Der Besuch bestätigte, dass Spiele und Filme wertvolle Werkzeuge in der Begleitung älterer Menschen sind. Sie fördern geistige Aktivität, wecken Erinnerungen und stärken Emotionen. Besonders bei Menschen mit Demenz können vertraute Inhalte Sicherheit und Lebensfreude schenken – und ein Lächeln ins Gesicht zaubern, das jede Spende rechtfertigt.

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Aktivierendes Kugelspiel

Aktivierendes Kugelspiel

 

 

hoop & Uli Schulte im ZDF

Am Sonntag den 24. August 2025 um 9:30 Uhr sendete das ZDF den Fernseh-Gottesdienst direkt aus der hoop-Kirche. Sie ist die Nachfolgekirche unserer Gründungsgemeinde, der Freien Christengemeinde Bremen. Und mitten in der Sendung gab es ein Porträt und Interview mit unserem längstjährigen Mitarbeiter Uli Schulte, der sowohl dem Sozialwerk als auch der hoop eng verbunden ist.

Dafür ließ sich Uli einen ganzen Tag lang vom Filmemacher Markus Haist begleiten, von der morgendlichen Rennradrunde um den Werdersee bis zum Abendgang durchs Viertel. Möglichst viele von Ulis zahlreichen Aktivitäten und Wirkungsstätten sollten eingefangen werden.

Uli Schulte im Gespräch in der Heimstätte am Oslebshauser Park

Uli Schulte im Gespräch in der Heimstätte am Oslebshauser Park

Man kann diese bemerkenswerte Biografie nicht in das Kurzporträt-Format des ZDF zwängen, aber einen Eindruck gab es schon vom erstaunlichen Werdegang eines obdachlosen Heroinsüchtigen, der auch mal im Gefängnis saß und keine Perspektive hatte, bis ihm christliche Menschen die Hand reichten, ihm eine Unterkunft und Hoffnung gaben. Uli traf Jesus Christus und entdeckte die christliche Religion für sich – so nachhaltig, dass er Theologie studierte und als Pastor und Seelsorger beim Sozialwerk der Freien Christengemeinde anheuerte. Das ist vierzig Jahre her, und Uli ist immer noch aktiv bei uns, auch wenn er längst in Rente ist.

Uli hört den alten Menschen zu.

Uli hört den alten Menschen zu.

Hoffnung hat Ulis Leben in seiner Jugend komplett umgekrempelt, und Hoffnung war auch das Thema des ZDF-Gottesdienstes in der hoop-Kirche, die sich die Hoffnung in den Namen geschrieben hat (Hoop ist Plattdeutsch für Hoffnung).

Der ZDF-Gottesdienst sendet am Sonntagmorgen meistens aus evangelischen oder katholischen Kirchen, gelegentlich auch aus einer evangelischen Freikirche. Die Sendung aus der hoop-Kirche in Bremen, einer Gemeinde mit fünf Standorten in Norddeutschland, die zum Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden gehört, startete live um 9:30 Uhr. Auf die rund 800.000 Zuschauenden wartete ein Gottesdienst mit viel Musik, biografischen Geschichten und der guten Nachricht von Jesus Christus. – Pastor Ben Sawadsky: „Meckern und über Probleme reden, ist easy. Viel besser ist es, Hoffnung zu vermitteln. Rückschläge, Sorgen, Enttäuschungen, schlechte Nachrichten, die Herausforderungen in Gesellschaft und Politik: All das können Steine sein, die sich auf unser Herz legen. Deswegen wollen wir darüber reden, wie unser Herz wieder Leichtigkeit finden und ‚hüpfen‘ kann. Denn hoffen heißt hüpfen.“

Die Sendung vom 24. August 2025 steht in der ZDF-Mediathek zur Verfügung.

Uli bei der Andacht

Uli bei der Andacht

Die Bäume des umgebenden Parks wurden als Bilder in die Innenräume geholt.

Die Bäume des umgebenden Parks wurden als Bilder in die Innenräume geholt.