Abgefahren –
Leidensgemeinschaft

Noch ist es dunstig heute Morgen, die Möwen fliegen in lockerer Formation umher. Da passiert es- eine Möwe tuschiert im Flug eine der hohen Wegbeleuchtungen, ihr leichtes Taumeln ist zu sehen, ein leises Geräusch zu hören. Ja, auch Tieren geschieht ein Missgeschick, sie verunfallen, sie verschätzen sich in den Abständen und den eigenen Geschwindigkeiten.
Dieser am Lampenmast gescheiterten Möwe fühle ich mich verbunden:
„Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung bis zu diesem Augenblick gemeinsam seufzt und in Wehen liegt. Aber nicht nur sie, sondern auch wir selbst, die wir den Geist als Erstlingsgabe haben, seufzen in uns selbst und warten auf die Kindschaft, die Erlösung unseres Leibes.“ (Römerbrief 8,22f) Diese Verse kommen mir in den Sinn, sie beflügeln, ich auf zwei Rädern, bilden neben unseren hohen Geschwindigkeiten eine Leidens- und eine wartende Erlösungsgemeinschaft, was unsere irdischen Begrenztheiten betrifft.
Sie fliegt weiter, scheinbar unverletzt. Ich radle nachdenklich gen Norden.

“Die mit dem Wind fährt”


Danke für das Foto an Lena Balk von Unsplash

Dies ist der aktuellste Beitrag der Serie “Abgefahren”, einer Sammlung von Texten von zwei Mitarbeiterinnen des Sozialwerks, die den täglichen Arbeitsweg mit dem Dienstrad als Quelle der Inspiration für sich entdeckt haben. Die Gedanken und Erlebnisse der beiden sind im gleichnamigen Blog-Beitrag “Abgefahren” zusammengetragen. Viel Freude beim Lesen!

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